1 Einleitung

Manche sagen, Schreiben sei ein Handwerk, andere eine freie Kunst. Ich würde sagen, es ist eine freie Kunst mit einem handwerklichen Gerüst und dieses handwerkliche Gerüst kann man lernen, aber was nützt mir das Gerüst? Ich persönlich verwende Schreibtipps immer dann, wenn ich intuitiv nicht weiter weiß, etwas in meinem Werk mir nicht gefällt oder ich nicht weiß, wie es weiter gehen soll.
Diese Seite ist eine Sammlung von Tipps, die ich nützlich finde und die ich entweder während meines Romanschreiben-Studiums, beim Lesen unzähliger Schreibbücher oder aus eigener Erfahrung mit nehmen konnte.
Wenn euer Projekt gerade stockt oder ihr einfach nur mal stöbern wolltet, nutzt diese Tipps gerne als Stütze für euer Schaffen. Vielleicht helfen sie dem ein oder anderen sowie wie sie mir geholfen haben. (Tipps in Arbeit:))
2 Charakterentwicklung für deinen Roman
Charaktere machen in einem Roman die halbe Miete aus, vielleicht sogar mehr. Wenn ihr selbst viel lest, überlegt mal: Wie oft habt ihr ein Buch gelesen, in dem euch die Protagonist*innen total genervt haben, und das Buch trotzdem gemocht? Also ich noch nie. Wenn ich den Protagonisten oder die Protagonistin mag, der Plot aber schwächelt, dann kann ich das noch verzeihen. Aber wenn der Plot genial ist, ich die Protagonistin oder den Protagonisten jedoch nicht mag oder noch schlimmer sie mir egal sind, dann werde ich ihre Geschichte nicht verfolgen. Denn wenn mir jemand egal ist, wieso sollte es mich interessieren, was mit dieser Person passiert?
Wir fassen zusammen: Gut geschriebene Charaktere sind für den Erfolg einer Geschichte existenziell. Jetzt bleibt noch die Frage: Was macht gut geschriebene Charaktere aus und wo fange ich an?
Sicher muss ich niemandem erzählen, dass Aussehen, Backgroundstory, sozialer Status und c.o. festgelegt werden sollten. Die meisten Charakterbögen enthalten diese Informationen bereits. Was ich euch hier zeigen möchte, sind die Punkte, an die viele zunächst nicht denken, die aber aus einem oberflächlichen Charakter einen tieferen machen.
1. Was ist die größte Angst des Charakters?
Jeder hat vor etwas Angst. Manche davor, allein zu sein, manche zu versagen und so weiter. Finde die Angst deines Charakters und spiele sie gegen ihn aus. (Übrigens auch gut fürs Plotten, das zu wissen, weil wir so den Charakter besonders herausfordern können.)
2. Was begehrt der Charakter am meisten?
Jeder Charakter braucht ein Ziel, etwas, das ihn oder sie antreibt. Wir fiebern mit Charakteren mit, wenn diese ein klares Ziel haben, und wir wollen, dass sie dieses auch erreichen.
3. Gibt es innere Widersprüche?
Menschen sind vielschichtige Wesen, und so auch Romancharaktere, wenn sie gut gemacht sind. Es könnte sein, dass der Charakter etwas will, aber gleichzeitig Angst davor hat oder dass der Charakter sein Leben hasst und gleichzeitig nicht glaubt, etwas Besseres zu verdienen. Innere Spannungen und Widersprüche machen Charaktere vielschichtig und interessant.
4. Welches Ereignis hatte am meisten Einfluss auf den Charakter?
Welche Erinnerungen haben ihn oder sie geformt? Wo kommen die größten Narben her? Es gibt Erinnerungen, die wir vergessen, weil sie beiläufig waren. Es gibt aber auch Momente in unserem Leben, die für immer bleiben und uns schlagartig verändern oder stark beeinflussen. Wenn du die Backgroundstory deines Charakters schreibst, überlege dir, welche Momente seiner bisherigen Geschichte ihn oder sie zu der Person geformt haben, die sie heute sind.
Mehr Tipps zur Charaktererstellung sind in Arbeit:)